Kombi mit Dachbox und offener Heckklappe an einem Waldsee im Abendlicht, davor liegt ein Hund im Gras

Warum es HolidayHub gibt

Seit meiner Kindheit fahre ich in dieselben Gegenden zurück und habe dabei zugesehen, wie sie sich füllen. HolidayHub ist der Versuch, aus dieser Beobachtung etwas Nachprüfbares zu machen: auszurechnen, wann ein Reisegebiet leer ist, statt danach zu raten.

Meine erste lange Urlaubsfahrt ging über die Alpen nach Kroatien, in einem Opel Kadett, der an den Steigungen von Lastwagen überholt wurde. Das Land hatte den Krieg gerade hinter sich, und der Tourismus, den man heute mit der Adria verbindet, war noch nicht zurück. Die Campingplätze waren ruhig. Als Kind hält man so etwas für den Normalzustand.

Wir sind viele Jahre hintereinander dorthin gefahren, und dabei habe ich etwas gesehen, das in einem einzelnen Urlaub unsichtbar bleibt: wie ein Ort sich füllt. Erst wurden die Stellplätze knapper, dann die Buchten, dann die Straßen. Irgendwann haben wir Ziele von der Liste gestrichen. Nicht weil sie schlechter geworden wären, sondern weil zu viele andere dieselbe gute Idee hatten.

Sebastian kniet auf einem Waldweg neben einem hellen Hund

Dasselbe ein zweites Mal, an einem anderen Ort. In den Neunzigern war ich mit meinem Großvater zum Rennradtraining auf Mallorca. Radsporttourismus gab es dort schon damals, aber er war überschaubar. Wer heute im Frühjahr auf denselben Straßen fährt, sieht ein anderes Bild: Aus einem Tipp unter Radsportlern ist eine Saison mit eigener Logistik geworden.

Was beide Fälle verbindet: Der Ort hat sich kaum verändert. Verändert hat sich, wie viele Menschen gleichzeitig da sind.

Sebastian steht auf einem Felsen vor einer Bergkette

Beim Skifahren kommt ein zweiter Effekt dazu. Verlässlicher Schnee verteilt sich nicht mehr so großzügig über Höhenlagen und Monate wie früher. Je weniger Gebiete zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern, desto mehr Menschen stehen dort gleichzeitig an derselben Gondel.

Wer regelmäßig in Österreich fährt, merkt aber auch das Gegenteil: Es gibt weiterhin Wochen und Täler, in denen man entspannt fährt. Sie sind nur selten die, die man zuerst genannt bekommt. Man muss sie finden.

Die Idee zu HolidayHub kam mir in Taiwan. Taiwan verbindet vieles, wofür man sonst in verschiedene Länder Ostasiens fährt: Großstadtleben in Taipeh, ein Hochgebirge zum Wandern, den Pazifik zum Schwimmen und Tauchen. In den Reiseplänen taucht es trotzdem selten auf, während sich der Andrang auf Japan und Südkorea konzentriert.

Da wurde aus einer Beobachtung eine Frage: Warum weiß man das eigentlich nicht? Nicht weil ein Ort besser oder schlechter wäre, sondern weil Aufmerksamkeit ungleich verteilt ist und sich selbst verstärkt. Wer gerade genannt wird, wird gebucht, und wer gebucht wird, wird wieder genannt.

Für die eigene Reiseplanung reicht Erfahrung. Für einen Rat an andere reicht sie nicht: Was ich in Kroatien und in Österreich gesehen habe, sind ein paar Dutzend Wochen aus einem Leben, keine Datengrundlage.

Deshalb rechnet HolidayHub, statt zu empfehlen. Dahinter steht ein eigener Andrangs-Score: Er führt offene Daten aus mehreren amtlichen Quellen zusammen und schätzt daraus für jedes europäische Reisegebiet und jede Woche des Jahres, wie voll es dort typischerweise ist. Was einfließt und wo das Modell an seine Grenzen kommt, steht auf der Methodik-Seite.

Europa zuerst, weil die Datenlage dort einheitlich genug ist, um Regionen fair miteinander zu vergleichen. Das Ziel bleibt aber dasselbe wie in Taiwan: die Alternative zu finden. Zur Amalfiküste im August, zu Sölden zwischen den Jahren.

HolidayHub bewertet keine Reiseziele und pflegt keine Bestenliste. Kein Anbieter kann sich in ein Ranking einkaufen; die Reihenfolge kommt aus dem Modell. Buchungslinks sind Affiliate-Links und als solche gekennzeichnet. An den Zahlen darüber ändern sie nichts.

Und die Zahlen bleiben eine Modellrechnung, keine Messung vor Ort. Sie sagen, wann ein Ort typischerweise voll ist, nicht, wie viele Menschen am nächsten Dienstag am Strand stehen.

Sebastian mit Cap und Sonnenbrille auf einer Wüstenpiste, dahinter zwei Geländewagen

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